| Um den gewaltigen Trainingsrückstand vom letzten Jahr
aufzuholen, entscheide ich mich kurzfristig für ein Trainingslager
auf Mallorca. Telefonisch buche ich noch das letzte Zimmer als Pauschalangebot
von Max Hürzeler. Da ich Mallorca das erste Mal bereise, scheint
mir ein Anschluss an einen Organisator die beste Lösung. |
| Da ich das Vorabend-Check-In verpasste, ich as lieber eine
Pizza im Restaurant, muss ich in aller Herrgottsfrühe am Flughafen
sein. Ich will sicher sein, dass mein Rennvelo mit auf die Insel kommt.
Der Flug mit Belair war kurz, dafür das Entsetzen beim Anflug auf
Palma riesig. Regen! Da hätte ich auch zu Hause bleiben können.
Am Nachmittag scheint doch noch die Sonne und ich kann mich für die
kommende Woche noch ein wenig warmfahren. |
| Ich bin überrascht. So viele Strassen auf einer Insel?
Also entscheide ich mich in der Speed-Gruppe vom Gerry einzuschreiben.
Gemeinsam fahren wir bis am Dienstag den Regenwolken nach. Das denke jedenfalls
ich. Auf dem Puig Major schneit es sogar und von der Abfahrt vom Kloster
Lluc fahren wir in einen Hagelsturm hinein. Jetzt weiss ich wie sich ein
Gesichtspeeling anfühlt. |
| Heute Mittwoch ist mein Ruhetag. Ausschlafen, Essen, Sauna,
Massage, Essen, Essen und nochmals Essen. Schliesslich muss ich für
den Rest der Woche noch genügend Reserven haben. |
| Endlich ist besser Wetter. Die Regenjacke lasse
ich optimistisch im Hotel. Heute geht's via Orient über den Coll
de Hono, Coll de Soller, Coll de Puig Major und den Calobra Pass zum Kloster
Lluc. Und hier schmerzen auch meine Beine! Also nichts wie runter und
zurück zum Hotel. Nach 180 km bin ich glücklich und abgemagert
angekommen und geniesse meine diversen "Regenerationsmassnahmen".
Nein, nicht was ihr denkt! Essen, Compex, Schlafen, etc. Hehehe. |
| Freitag. Der letzte Trainingstag. Also muss er speziell
sein. In dieser Woche ist auch Niki Aebersold vom Team Phonak bei Max.
Ich habe die Möglichkeit, mit Niki ein vierstündiges Training
zu absolvieren. Wie kann ich da nein sagen! Also fahren wir los und preschen
schon die ersten Hügel hoch. Autsch! Mehr ist nicht in meinem Kopf.
Die 180 von Gestern spüre ich noch immer. Ich versuche trotzdem zu
lächeln, fällt mir aber schwer. Ich will mich im Windschatten
verstecken, nur leider ist da keiner. Ich bin zu gross, oder Niki zu klein.
Er nimmts gelassen und schwatzt die ganze Zeit. Endlich kann ich mal fragen,
was ich schon immer Fragen wollte. Das Training macht enormen Spass, obwohl
das Tempo für mich zu schnell ist. Ist doch egal, ist schliesslich
der letzte Tag. Nach vier Stunden ist die Tortur vorüber und ich
um viele Fragen leichter. Beim Ausfahren mache ich noch ein Foto, die
Gelegenheit muss man schliesslich nutzen, und verabschiede mich bei Niki
mit einem Club-Sandwich. |
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| Die Woche ist schon vorüber und die Rückfahrt
zum Flughafen extrem mühsam. Ich hatte wohl ein Bier zuviel Gestern.
Kaum in Zürich angekommen, träume ich bereits vom Trainingslager
in Italien. Ich halte es zu Hause nicht lange aus und mache mich auf den
Weg nach Davos, wo ich noch zu einer Taufe eingeladen bin. |
| Schön war's auf der Putzfraueninsel und
Deutsche hat es auch im Februar viele. Und fragt mich jetzt bloss nicht,
woher ich meine "Rändli" an den Armen und Beinen herhabe! |
Für euch dabei, Martin Rodel  |