| Tour de France, das faszinierenste und grösste Radsportereignis
ist 100-jährig geworden. Schon anfangs Jahr haben Thomas und ich
uns entschlossen einen Teil dieses Etappenrennen einmal live vor Ort anzusehen.
Wir suchten uns eine prestigeträchtige Etappe aus, möglichst
nahe an der Schweiz. Dieses Jahr war das die Etappe von Sallanches - L'Alpe
d'Huez, 211 km! Der Schlussanstieg nach L'Alpe d'Huez gehört zu den
legendären Strecken, der letzte Schweizer, der hier gewann, kennen
sicher noch viele, Beat Breu! Als echte Radsportfans fieberten wir dem Tag entgegen, am Samstag, den 12. Juli war es soweit. Morgens um 3.00 Uhr fuhren wir Richtung Frankreich, im Gepäck zwei Velos, ein Zelt, zwei Schlafsäcke mit zwei Matten und eine Kühltasche mit diversem Proviant. Die Fahrt verlief problemlos trotz den angefangenen Sommerferien und dem Unterbodenschutz-blech, welches sich während der Fahrt gelöst hat, das wir aber ohne Probleme wieder festschrauben konnten. Nach ungefähr einer fünfstündigen Fahrt kamen wir in Bourg-d'Osans an. Nun hiess es einen Platz zu suchen für unser Zweierzelt. Doch alle Zeltplätze ganz in der Nähe waren komplett, obwohl wir unseren ganzen Charme einsetzten, war nichts zu machen. Überall waren nur noch Radfans, die meisten waren schon Tage vorher gekommen. Es schien, dass sich das ganze Leben dem Rhythmus der Tour de France anpasst. Die Bergkulisse die Atmosphäre! Es ist unglaublich! Das "normale" Leben bleibt irgendwie stehen, es dreht sich alles nur noch um die Tour de France. Durch einen Tipp haben wir weiter oben am Berg einen Super Zeltplatz mit Jugendherberge gefunden, etwas weiter, dafür mit Seesicht und einem Alpenpanorama, dass einem selbst als Schweizer staunen lässt. Nachdem unser Zelt aufgestellt ist, wären wir bereit für den Calibier, dummerweise ist mir vor der Abfahrt zu Hause noch das Schaltkabel gerissen. |
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Nach kurzer Abklärung bei Holländern zwecks Schaltkabel oder Fahrradmechaniker, mussten wir mit dem Auto nochmals ins Dorf Bourg-d'Oisans. Der Fahrradladen war von Fans und Touristen überflutet, jetzt kommen tatsächlich noch zwei Schweizer und wollen ein Schaltkabel reparieren! Der Mechaniker war gar nicht arbeitswütig und dann noch eine Campagnolo Schaltung! Er sagte immer "Grande Bordelle"! So musste ich das restliche Kabel selber raus "operieren", die einzelnen Drähte sperrten sich überall. Schliesslich war das Werk vollbracht und alle waren froh darüber, am meisten wohl der Mechaniker! Nach einem sportlichen Mittagessen, na was denn Spag....... natürlich konnten wir endlich den Calibier 2645 m.ü.M in Angriff nehmen. Auch hier Hunderte von Campern links und rechts der Strasse an allen möglichen und unmöglichen Stellen, viele mit Sat. Anlagen und Fernseher ausgerüstet um immer auf dem Laufenden zu sein. Auch wir hielten unterwegs um einige Blicke auf unsere "Idole" zu werfen. Trotz der Anstrengung bis auf die Passhöhe genossen wir jeden Augenblick, der Aussicht und der Atmosphäre, die sich schon einen Tag vor dem grossen Anlass überall bemerkbar machte. Wieder auf unserem Zeltplatz angekommen, genossen wir das einfache aber gute Nachtessen der Jugi. Der Tag neigt sich dem Ende zu, auch wir sind müde nach so einem Tag mit vielen verschiedenen Eindrücken und so schlüpfen wir in unser Zelt um Morgen für den Tag X wieder fit zu sein. |
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| Der Morgen begann wieder mit wunderschönem Wetter, so dass wir unser Frühstück auf der grossen Terrasse einnehmen konnten. Dann die Rucksäcke parat machen mit genügend Verpflegung, vor allem genügend zu Trinken. Es versprach wieder ein sehr heisser Tag zu werden. Um 10.00 Uhr fuhren wir Richtung Bourg-d'Oissans, je näher wir dem Städtchen kamen desto mehr Velo-Fans begegneten uns. Dann die Steigung, die Strassen links und rechts sind überall voll mit Campern, Zelte und Decken, Stände usw. viele sind schon Tage vorher gekommen um einen möglichst guten Platz zu ergattern. Es ist kurz nach 11.00 Uhr die Rennfahrer kommen erst ca. um 17.00 Uhr ins Ziel, es kommen immer mehr Leute, man muss sich richtig einen Weg bahnen um einigermassen ein regelmässiges Tempo zu fahren. Tausende Leute pilgerten den Berg hinauf alles was laufen und fahren konnte und das mind. fünf Stunden lang ununterbrochen - unvorstellbar. | |
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Viele Holländer, Deutsche und Italiener feiern
schon den ganzen Tag, der ganze Berg ist in den Händen der Radsportfans
aller Nationen. Die Atmosphäre ist genial, so was muss ein echter
Radsportfans einmal erlebt haben! Die Strassen werden total verschrieben
mit den Namen ihrer Idole, nach ca. einer Stunde haben Thomas und ich
uns durch die Massen bis ins Ziel gekämft, geschafft! Ein schöner
Pass ausser man hat schon 200 km! in den Beinen. Oben im Ziel mussten
wir uns zuerst verpflegen und trocken anziehen, bevor wir die gigantische
Kulisse im Zielbereich mit Staunen begutachteten, ein riesiger Aufwand
und das jeden Tag an einem neuen Ort! Nachdem auch wir uns mit einigen
Souvenirs eingedeckt haben, suchten wir uns ein optimalen Platz, von
wo aus wir die Fahrer möglichst gut sehen können. Das war
gar nicht so einfach! Doch schliesslich in einer Kurve mit unter anderem
Schweizer Fans, fanden wir einen guten Platz mit sogar etwas Schatten.
Es ging immer noch ca. drei Stunden bis zum grossen Augenblick, bei
einem Welschen Fan konnten wir immer die aktuelle Situation im Fernseher
mitverfolgen. Langweilig wurde es jedenfalls nie, immer wieder kamen
Werbe-Autos oder Teamtrucks vorbeigefahren und natürlich immer
noch viele, viele Fans mit ihren Rädern. Endlich alle Leute drängten
zur Strasse, es geht los!
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Man hört es schon, von weitem Gehupe, Motorradlärm und die
Anfeuerungsrufe der Fans, die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, einfach
Mega! IIban Mayo vom Euskatel-Team fährt mit offenem Trikot und
einem unglaublich horrenden Tempo an uns vorbei! Nach ein paar Minuten
kommen die ersten Verfolger, auch für sie müssen die Motorradfahrer eine Gasse freimachen, jeder will zuvorderst sein. Die
Fans sind begeistert! Es gibt verschiedene Arten von Fans, die ruhigen,
die begeisterten und dann eben die Fanatischen, die schon manchen Rennfahrer
erzürnt haben, wie derjenige gleich neben mir, jedem Rennfahrer
versucht er mit einer grossen 1-Liter Flasche voll ins Gesicht zu spritzen,
voll daneben so was! Er hört erst auf als ein Rennfahrer in fast
mit der Faust ins Gesicht schlägt, weil er ihm voll ins Gesicht
gespritzt hat. |
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d`Steimürler Dani und Thomas |